Norwegen mit dem Canyon

  • Hier mein Reisebericht zur Norwegen Tour (der Reiseplan ist hier bei Europa Motorradreisen nachzulesen)

    Die heutigen 390 KM waren von Autobahn (MUC > Ingolstadt) und dann leider vielen Bundesstraßen geprägt.
    Vor dem Hotel im Thüringer Wald wurde es dann endlich etwas schnörkeliger
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    War aber gut so, da ich viel über das Gerät gelernt habe.
    Verglichen mit meiner ehemaligen Super Ténéré und der Tri Glide Ultra liegt der Canyon vom Wetterschutz eher bei der Ténéré.
    Seitenwind empfindlich ist der Fahrer, nicht das Gerät, das liegt ruhig wie die Harley auf der Bahn, aber durch den geringeren Windschutz wackelt der Fahrer, für mich gewöhnungsbedürftig, aber basst scho.
    Auf der Landstraße im Thüringer Wald war der Eindruck zum Fahrwerk im Sport Modus durchwachsen. In weiteren Kurven könnte man zügiger als mein Fahrkönnen im Moment zulässt, in engen Kurven greift regelmäßig die Elektronik mäßigend ein (am Gas kommt nix).
    Vom Lenkverhalten ist der Canyon total anders als die Harley, aber absolut positiv. Fester Knieschluss scheint mir wichtiger als Druck auf die Fußrasten, dann gelingt ruhiges Einlenken besser (für euch sicher eine Selbstverständlichkeiten), bei der Harley war kräftig am Lenker ziehen und mit der Fliehkraft des Oberkörpers Druck auf das kurvenaußenseitige Lenkerende geben.
    Ich stelle fest, dass die Rumpfmuskulatur mehr gefordert ist.
    Insgesamt bin ich mit dem ersten echten Fahrtag sehr zufrieden, morgen sind 2 Stunden Schnörkel und dann 4,5 h Bahn nach Eckernförde angesagt.

    OS X is like a wigwam: no windows, no gates and an apache inside !
    Wenn schon fünf Zylinder dann aber verteilt auf zwei Motorräder.

  • Gestern keine Fotos, weil 600 km Etappe mit viel Autobahn, davon 2 Stunden im Stau in Hamburg :(
    Eigentlich dachte ich, dass 120-125 eine gut Reisegeschwindigkeit ist, aber bei relativ viel böigem Seitenwind ist es recht anstrengend.
    110 ist viel entspannter und die Karre braucht laut Bordrechner über einen Liter weniger Sprit.
    Dank der Halbautomatik war der Stop and go Verkehr kein Problem, mit einer Kupplung wäre mir die Kupplungshand abgefallen :-O
    Heute ist Ruhetag bei Freunden in Eckernförde.

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  • Ich zitiere mal das Roadbook der Reise …
    Gestern:
    Nachdem wir das reichhaltige Frühstücksbuffet an Board genossen haben, erreichen wir um 10 Uhr Oslo. Von hier aus fahren wir, zum größten Teil über Nebenstraßen, in den im Westen der Region Telemark gelegenen Ort Vradal wo wir im, Straand Hotel übernachten werden.

    Heute:
    Unsere heutige Tour führt uns zunächst über die mehr als tausend Meter hohen Berge des Haukelifjell, durchs Brattlandsdalen, über den Sandsfjord nach Sauda, wo wir in dem im 1914 Jugendstil erbauten Sauda Fjordhotel übernachten werden.

    Was war die Erkenntnis aus den letzten beiden Fahrtagen?
    1. Immer die letzten 5 Sekunden betreffs Ausweichmöglichkeiten im Kopf haben. Ein Wohnmobil hat es auf einer Single Track Road gut gemeint, die Mopeds sind vorbei gekommen, aber ich nicht. Also rückwärts, bis zu einer Stichstraße, damit der durch kann.
    2. Hier ist die Asphalt Decke teilweise recht dick. Wenn man da mit einem Rad in die Botanik fährt, dann schlägt der Lenker auf den Asphalt. Merke, der innere Rand des Reifens haftet ganz gut auf der rauen Schräge des Asphalts. Gut zu wissen, wenn es bei einem entgegenkommenden LKW um Zentimeter geht.

    Der Canyon macht seinen Job recht gut. Ich bin die Nachhut der gemütlichen Gruppe. Kann problemlos folgen und mache da hinten was ich will.
    Auf den holprigen Straße muss man a bisserl beweglich in den Hüften sein, dann kann das Gerät dank der aufrechten Sitzhaltung unter einem arbeiten und schluckt so gut wie alle Holperer besser weg, als die vorausfahren Motorräder (viele Enduros dabei).

    Einfahrt in den Hafen von Oslo
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    Besuch bei der größten Stabkirche in Norwegen > Heddal Stabkriche
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    Fahrspaß
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  • Tour 03: Auf dem Weg zu unserem heutigen Ziel überqueren wir das Røldalsfjellet und fahren entlang des Sør- und des Hardangerfjord in die alte Hansestadt Bergen. Übernachten werden wir im Hotel Clarion Admiral mitten in der Stadt und direkt am Hafen. Vor dem Abendessen werden wir einen kleinen Rundgang über den Fischmarkt am Hafen und durch das alte deutsche Hansekontor Tyske Brygge unternehmen.

    Tour 04: Unser heutiges Ziel ist das traditionsreiche Gloppen Hotell in Sandane. Auf dem Weg dorthin überqueren wir den Mas- und den Sognefjord mit Fähren, fahren über Berge und entlang unzähliger Seen durch die wunderbare Fjord-landschaft.

    Tour 05: Im Zuge der heutigen Tagesetappe benutzen wir insgesamt drei Fährverbindungen, wobei die einstündige Fahrt durch den zum UNESCO Weltnaturerbe gehörenden Geiranger-fjord das absolute Highlight des Tages darstellt. Ziel des heutigen Tages ist das, wegen seiner eigenwilligen Architektur und der fantastischen Aussicht über die Romsdalsalpen bekannte, Rica Seilet Hotel in der Hafenstadt Molde.

    Erkenntnisse:
    Der Canyon bügelt alles an schlechten Straßen weg. Wenn ich mir anschaue, wie die 750er GS vor mir manchmal rumhoppelt, da pflügt der Canyon ruhig durch. Wenn dann bewegt sich das Gerät um den „Drehpunkt“ Sitzbank unter mir.
    Die Sitzpostition ist für meine Statur absolut langstreckentauglich und mein Hintern hat sich an die Sitzbank gewöhnt.
    Ich bin gestern (Tour 04) bei der zügigen Truppe mitgefahren. Der Canyon kann mithalten, aber das VSS regelt jede 3. Kurve rein, was die Fuhre unruhig macht. Viel „schlimmer“ ist, dass mir das wirklich zu anstrengend ist, ich hab mich am Abend gefühlt, als hätte ich in Motorradklamotte 100 Kniebeugen und dann noch 100 Situps gemacht. Ich bin dann reumütig in die gemütliche Gruppe zurückgekehrt. Da regelt das VSS nur in ganz wenigen engen Kurven und halt leider in jeder Kehre.

    Nun endlich Fotos:
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    Bryggen, die deutsche Hanse in Bergen
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    Sieben Schwestern im Geiranger Fjord

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  • Sehr schöne Bilder und das Wetter scheint ja einigermaßen zu passen, nur schade, dass der Canyon (noch) nicht alles tut, was er soll ... :witless:

    Weiterhin noch viel Spaß bei deiner Tour!

    Gruß,
    Alex

    BADEN - Alles andere ist nur schwimmen!
    Spyder RT LTD - Modell 2021 - Reflexsilber Metallic / Nero

  • Guten Morgen,
    deine Bilder steigern meine Vorfreude noch mehr!
    Wir waren letztes Wochenende eine Tour gefahren die ich genutzt habe um das Fahrverhalten mit "Urlaubsgepäck" zu versuchen.
    Kurven erfordern mehr körperlichen Einsatz auf dem RR, sind bei mir aber völlig okay.
    Ich frage mich ob der Canyon mit seinem hohen Schwerpunkt eher für Fahrer unter 170 cm und unter 70 kg geeignet ist.

    LG, Petra

  • Toller Reisebericht und klasse Bilder. Wünsche Dir weiterhin viel Spaß und gutes Gelingen deiner Tour.

    Mal nebenbei was anderes, gestern kam mir das erste Mal ein Canyon "in freier Wildbahn" entgegen... wird langsam :encouragement:

    Gruß Michael | Spyder RT ab 2020 | Bj./Erstzulassung 07-2022 | SE6 | Deep Marsala Red Metallic - Dark Edition

  • 1,88 und 97 Kilo, demnach müsste ich meinen Canyon wieder abgeben ;)

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  • Hallo,

    auch bei mir steigert dein Bericht und die klasse Bilder die Vorfreude, in zwei Wochen geht es bei uns Richtung Norwegen.
    Euch noch viel Spaß.

    Gruß
    Heinz

    F3T Limeted Special Series Triple Black Modell 2016
    my motivation, my drive

  • Heute: An diesem Tag wollten wir gleich zwei der schönsten und bekanntesten Strecken Norwegens unter die Räder nehmen. Den Trollstigen können wir wegen der Sperrung nicht befahren. Den atemberaubenden Blick von der Adlerstraße hinunter auf den Geirangerfjord genießen wir umsomehr. Nicht weniger beeindruckend ist der Blick vom 1495 Meter hohen Dalsnibba, den wir über eine sieben Kilometer lange Mautstraße erreichen. Übernachten werden wir heute im Thon Hotel Jølster mit Blick auf den Jølstravatnet.

    Erkenntnisse des Tages:
    Der Motor war mir bisher als zwar etwas brummiger, aber bulliger Geselle bekannt. Er kann auch fauchen und richtig Spaß generieren.
    Heute etliche Kilometer auf Naturstraßen ist die artgerechte Haltung für den Canyon und Ballern jenseits von Gut und Böse macht echt Laune :D

    Da war auf der Passhöhe leider Nebel
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    Geiranger Fjord mal aus der anderen Richtung mit Fahrspaß mit auf dem Bild
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  • Im heutigen Hotel ist das WLAN extrem schlecht, darum nur Text.

    Erkenntnis des Tages, Bodenwellen sind böse.
    Hier hat es oft quer zur Fahrtrichtung laufende kurze Bodenwellen, die gut 10 cm hoch sein können und nicht wie ein Waschbrett ganz quer über die ganze Breite laufen, sondern die sind gegeneinander versetzt. Heute bin ich ziemlich flott über ein längeres Stück mit solchen Wellen drüber.
    Da die beiden Vorderräder unterschiedlich federn mussten hat sich nach einigen der Wellen die Front ganz heftig aufgeschwungen und ist nach meinem Gefühl außer Kontrolle geraten, das VSS hat nix mitbekommen. Beherztes einbremsen hat Abhilfe geschaffen, aber der Adrenalinpegel war danach sehr hoch.

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  • Heute geht es auf die Fähre, drum jetzt nur kurz was …

    Irgend wo wurde mal gesagt, dass es bei der Bremse des Canyon eine Bedenksekunde gäbe, kann ich nicht bestätigen.
    Leider gibt es die beim Tempomat, wenn man aus der geregelten Fahrt raus beschleunigen will (nicht immer), aber meiner Meinung nach auch gefährlich.

    Hier der Blick vom Hotelzimmer am Morgen
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  • Heute hab ich um kurz nach 10:00 als Erster die Fähre verlassen, dank der Poleposition (siehe Bild).
    Bis auf die letzen 50 km alles auf der Bahn gefahren (außer der Weg durch Hamburg zu den Elbbrücken). Lief ganz gut und mit einer Reisegeschwindigkeit von 115 zwar gemütlich, aber man kommt gut voran. Bin hier in Clausthal-Zellerfeld gut angekommen und hab gut gespeist.
    Wenn ich zuhause bin mach ich mir noch mal Gedanken zu einem Fazit.

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  • Heute Nachmittag bin ich zuhause angekommen.

    Auf dem Weg vom letzten Hotel, in der Nähe von Rothenburg ob der Tauber, habe ich den Regen, der uns in Norwegern erspart bleib abbekommen.
    Das bringt mich zum Thema Wetterschutz. Zu viel ist bei Hitze blöd, da man keinen kühlenden Fahrtwind abbekommt, zu wenig ist bei Regen blöd.
    Was ich bei Wärme ganz gut finde, dass es um die Hüfte rum relativ viel Wind gibt, das entpuppt sich bei Regen als richtig unangenehm.
    Wenn das Windschild in der für schlechtes Wetter vermeintlich besseren hohen Position ist, tut sich zwischen dem festen und dem beweglichen Teil, genau auf Bauchhöhe eine Lücke auf, die einem den Wind (und den Regen) auf Bauch und Hüfte pfeifen lässt.
    Ist das Windschild in der niedrigen Position, dann ist die Lücke geschlossen, der Helm bekommt dank des nicht schönen, aber praktischen zusätzlichen Spoilers den ich montiert habe, nicht den vollen Fahrtwind ab, aber genug, dass die Belüftung gut funktioniert und einem einzelne Böen schön die Tropfen vom Visier blasen.

    Bei Regen ist mir noch aufgefallen, dass die Traktion des Hinterreifen zu wünschen übrig lässt. Bei einem Überholmanöver eines Traktors ist er mir beim Ausscheren im 2. Gang ganz heftig durchgegangen, nicht schön, aber geht.
    Auf Autobahn Auffahrten ist mir dann noch zwei mal, ein mal im Dritten und ein mal im Vierten Gang, das Hinterrad durch gegangen, das sorgt bei so hohen Geschwindigkeiten für ein sehr mulmiges Gefühl, ist aber auf der Geraden beherrschbar.

    Bei Regen noch was zum Gepäck. Die Koffer sind zwar wasserdicht, aber das Topcase saugt beim Öffnen Wasser aus der Deckelnut an und bei den Seitenkoffern tropft es beim Öffnen auf den Inhalt.
    Der keine Tankrucksack ist zwar praktisch, kann aber nur als Feuchtbiotop durchgehen, da sollte BRP was mit einer Regenhaube unternehmen. Mal schauen ob ein normaler Tankrucksack montierbar ist.

    Das Fazit der Reise in Sachen Canyon?
    Er kann was und macht Spaß. Sicher nicht das richtig Gerät um wild auf der Straße zu bolzen, aber super um auf verschiedensten Straßenbelägen gut unterwegs zu sein.
    Sitzposition und Fahrkomfort ermöglichen lange Etappen, also ein prima Reisemobil.

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  • Hallo Jonny,

    schön, dass du wieder wohlbehalten zurück bist. Vielen Dank für deine Eindrücke - nicht nur von der Landschaft in Norwegen, sondern auch bzgl. des Canyon.

    Deinem Fazit ist zu entnehmen, dass die Reifen nicht immer optimal funktionieren; bei dem Profil war das leider absehbar. Aufgrund der ungünstigen Reifengröße auf der Vorderachse wird es schwierig werden, einen adäquaten Ersatz zu finden ... aber das ist vielleicht Stoff für ein separates Thema.

    Gruß,
    Alex

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